Allgemein Archives - Lion Innovation GmbH

Effizienz versus Kreativität

In jeder Firma besteht das Dilemma im Innovations-Management: Die Organisation erfordert ein effizientes Tagesgeschäft mit stabilen Routinen, die in der Regel durch standardisierte und kontrollierte Abläufe sicher gestellt werden. Effizienz erfordert klar definierte Prozesse und ein hohes Maß an Kontrolle. Prozesse werden immer weiter entwickelt und bis zum Letzten optimiert, bis es für Wettbewerber immer schwieriger wird mitzuhalten. Die Optimierungen nehmen immer mehr Handlungsräume und bringt das Unternehmen in ein Dilemma: Die Entwicklung neuer Produkte und Services wird schwieriger. Kreativität benötigt Freiräume, die in der Regel durch eine unabhängige, flexible und lockere Umgebung geschaffen werden.

Der Bankensektor beispielsweise hat die effiziente Bearbeitung von Millionen von Transaktionen perfektioniert. Ebenso Supermärkte, die sich darauf spezialisiert haben eine unglaubliche Vielfalt an Waren den Kunden zu bieten und dafür unzählige LKWs von den Distributionszentren bis zu Ihren Filialen fahren. Lange war der Fokus auf Effizienz und keine Zeit für Kreativität. Dieses Versäumnis merken die beiden Branchen aktuell. Bis vor kurzem unbekannte Wettbewerber wie ApplePay oder Allyouneed.com sind auf dem Markt aufgetaucht, die mit kreativen Angeboten sich die Märkte zunehmend streitig machen.

Um solche Situationen zu vermeiden wird diesem Dilemma die Trennung von Produktion und R&D entgegengesetzt: So wird ein Gleichgewicht geschaffen zwischen dem effizienten Bedienen bestehender Märkte und dem innovativen Bedienen zukünftiger Märkte. Damit kommen aus dem operativen Geschäft inkrementelle Innovationen, die zur stetigen Optimierung beitragen. Aus dem R&D dahingegen kommen Innovationen, die radikaler sind und eher das bestehende hinterfragen bzw. neue Potentiale aufgreifen.

Darin besteht für eine Organisation die Kunst: Beides zu bewerkstelligen. Zunehmend schaffen Unternehmen diesen Spagat, müssen sich aber immer wieder zwingen das beizubehalten. Um das Dilemma zu adressieren, sollten Unternehmen die kreative Seite weiterhin stärker vom operativen Geschäft trennen.

Erfindungsmeldung!!!

Darauf sind wir stolz:
Gleich zwei Erfindungsmeldungen sind das Resultat aus einem Innovationsprojekt bei und mit BMW. Die Erfindungsmeldungen sind die Grundlage für eine Patentanmeldung auf der wir bzw. der Lion Innovation Gründer Andreas Reiser namentlich genannt wird.

Mit Mücken gegen Mücken

Besonders erfolgreiche Problemlösungen haben eines gemeinsam: Das Problem selbst wurde durch eine qualitative Veränderung zur Lösung. Besonders gut zeigt das eine innovative Möglichkeit zur Bekämpfung des Zika-Viruses bzw. zur Bekämpfung des Krankheitsübertragers: Der Überträger ist die Tiger-Mücke, die mit mit eigenen unfruchtbaren Artgenossen bekämpft werden soll.

Bereits in der Vergangenheit wurden männliche oder weibliche Tsetsefliegen im großen Stil gezüchtet, um sie durch radioaktive Strahlung zu sterilisieren. Die unfruchtbaren Insekten wurden dann freigelassen damit sie sich mit freilebenden Fliegen paaren, aber keine Nachkommen bekommen. Innerhalb von nur ein einhalb Jahren konnte die krankheitbringende Population so z.B. auf Sansibar ausgerottet werden. Das gleich Schicksal ist der Schraubenwurmfliege in Mittelamerika wiederfahren, die dort ebenfalls weitestgehend ausgerottet werden konnte.
Das Prinzip kann nun höchst wahrscheinlich über eine gezielte genetische Veränderung auf die für das Zikus-Virus verantwortliche Tiger-Mücke übertragen werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im aktuellen Artikel der Technology-Review.

Das ist unbestritten eine hoffnungsvolle Perspektive für die Menschen der betroffenen Regionen. Interessant ist daran aber auch das innovative Muster um ein scheinbar unlösbares Problem zu lösen: Das Problem der Krankheitsübertragenden Mücke kann durch eine qualitative Veränderung Sterilisation zur Lösung bzw. Vernichtung der Mücke genutzt werden.
Diese Prinzip können wir gezielt anwenden, um Lösungen für komplexe Probleme zu finden.

Das Potential der Berufseinsteiger

Eine Studie der Altana hat interessante Zusammenhänge aufgedeckt:
Auf einer Skale von 1 bis 10 wird der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens von der Innovationsstärke geprägt. So die Einschätzung Manager deutscher Industrieunternehmen.

Dem gegenüber stehen ein Drittel junger Berufseinsteiger, die sich mehr Freiraum wünschen, wenn es darum geht neue Konzepte und Ideen umzusetzen. Dieser Wunsch der jungen Kreativen ist nachzuvollziehen, denn so unterstützen nur 5 Prozent der oben genannten Entscheider das Bestreben der jungen Kollegen.

Diese widersprüchlichen Zahlen zeigen deutlich was eine Ursache sein kann, dass Deutschland dem ausländischen Wettbewerb hinterherhinkt: Auch wenn der Wunsch zur Innovation vorhanden ist, so fehlt doch der Mut diese anzupacken sowie das Vertrauen in junge frische Ideen.

Neben dem Wunsch nach mehr Freiraum nennen Berufseinsteiger ein gutes Arbeitsklima den zweitwichtigsten Faktor für Innovation. Einen Aspekt den jeder gut nachvollziehen kann: Denn in einem angenehmen Umfeld ist die Kommunikation offener und der Umgang mit eventuellen Fehlschritten konstruktiver.

Die innovativsten Firmen

Hier ein interessanter Link zu den innovativsten Firmen nach einer BCG Studie.

Viel Spaß beim Lesen!

Patente – Innovationsbremse oder -Beschleunigung?

Der Umgang mit Patenten

In den Patentämtern werden Millionen von Patenten verwaltet. Diese sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Für die Suche nach Problemlösungen ist die Datenbank der Patente damit eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Besonders Unternehmen greifen gerne auf diese Quelle zurück, denn sie bietet eine attraktive Möglichkeit ihre Wettbewerber systematisch zu analysieren: Dort erhalten Sie Aufschluss, in welchen Bereichen und Technologien hohe Aktivitäten stattfinden und ermöglichen damit eine Interpretation zur Innovationsstrategie. Aus diesen Erkenntnissen werden nicht selten die eigenen Vorhaben neu interpretiert.

Verhindern oder ermöglichen Patente Innovationen?

Dazu gibt es verschiedene Ansichten. Die eine Sicht bestätigt Professor Wiliam A. Haseltine, der sich zu einem frühen Zeitpunkt für die AIDS-Forschung einsetzte. Die Forschung am HI-Virus hatte erst durch Patente aufeinander aufbauen können und somit die wissenschaftlichen Erkenntnisse beschleunigt.
Differenzierter geht Kirby Ferguson in einem TED-Talk auf das Thema Patente ein und wirft die Frage auf, wann ein Erfinder geschützt und wann Innovation durch Patente ausgebremst wird. Ein Beispiel zum gegenseitigen Ausbremsen war der jüngste Patentstreit zwischen Samsung und Apple. Ein anderes Beispiel war und ist die MP3-Technologie. Ursprünglich wurde die Technologie vom Fraunhofer Institut und zwei weiteren Unternehmen entwickelt. Von Anfang an gab es von allen drei Parteien die Vereinbarung, die Technologie als Lizenz zur Verfügung zu stellen. Zu einem späteren Zeitpunkt erwarb Alcatel jedoch eines der bei der Entwicklung beteiligten Unternehmen und damit die Rechte an der MP3-Technologie. Unmittelbar darauf wurde unter anderem Microsoft von Alcatel auf Schadensersatz  wegen der Nutzung der Technologie verklagt.
Die aktuelle Rolle der Patente untersuchte die europäische Handelskommission zuletzt 2006. Sie wollte herausfinden, ob sich die Balance zwischen Förderung von Innovation und dem Schutz geistigen Eigentums nun zu sehr Richtung Kommerzialisierung bzw. Schutz der Patente verschoben habe. Bei der Untersuchung wurde der Verdacht bestätigt: Patente gerade aus dem digitalen Bereich oder der Elektromobilität wurden in einer unnötigen Komplexität und Vielzahl angelegt. Damit wird die Markteinführung neuer Produkte tendenziell erschwert und das Risiko in R&D Aktivitäten erhöht. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass Patente Innovationen zurückhalten können durch:

– Abhalten von aufbauenden Innovationen durch den fehlenden Zugang zu benötigten Technologien
– Erhöhen von Eintrittsbarrieren
– Die benötigten Kosten um Patentverletzung zu vermeiden
– Das Ausstellen von fragwürdigen Patenten.

Bemerkenswert ist der neuartige Impuls, den Elon Musk, Gründer des Elektroautos Tesla getätigt hat. Er hat die Patente seines Unternehmens offengelegt und bietet an, diese frei zu nutzen.

TEDxTUM-Sponsor

Lion Innovation ist stolzer Mitsponsor der TEDxTUM! Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung mit tollen Speakern.

Messwerte zur Innovations-Fähigkeit

In einem aktuellen Projekt haben wir wieder gesehen, wie wichtig es ist, die Innovations-Fähigkeit eines Unternehmens zu messen. Prinzipiell beziehen sich die Messwerte zur Innovations-Fähigkeit auf drei Kategorien: Mitarbeiter, Prozess und Ergebnis. Unten finden Sie durchschnittliche Messwerte, die Ihnen als Vergleichswert dienen können. Die aufgeführten Punkte sind nur ein Teil der möglichen Messwerte. Für jedes Unternehmen ist es entscheidend, für sich die richtigen Messwerte zu identifizieren.

Mitarbeiter:

Die Anzahl der Verbesserungsvorschläge auf 100 Mitarbeiter pro Jahr liegt bei 80 Beiträgen; das ist ein Hinweis auf die Motivation innerhalb der Belegschaft einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Diverse Belohnungsmodelle und das Schaffen einer entsprechenden Infrastruktur helfen Ihnen, diesen Wert nach oben zu drücken.

Mindestens dreiviertel aller Abteilungen des Unternehmens beteiligen sich aktiv mit Ideen, die das Unternehmen weiterbringen. Das Einbringen von Ideen darf keinesfalls nur auf die Produktion limitiert sein. Auch Controlling, Einkauf, Marketing, Vertrieb und natürlich F&E sollten sich maßgeblich am Vorankommen beteiligen.

Mindestens 5 Prozent Ihrer Mitarbeiter haben in den letzten zwei Wochen an einer Weiterbildung/Konferenz/Messe teilgenommen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass auf allen Ebenen ständig neue Impulse in das Unternehmen einfließen. Diese Impulse führen automatisch zur Weiterentwicklung des Unternehmens.

Prozess:

Die Ideen bleiben nicht länger als 4 Wochen in der Schwebephase zwischen Go oder No-Go. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Ideengeber ihre Ideen mit einem Mindestanspruch an Qualität beschreiben, der eine zügige Beurteilung erlaubt.

Das F&E-Budget entspricht mindestens 50% des Umsatzes der aus Produkten erwirtschaftet wurde, die jünger sind als 5 Jahre. Mit diesem Budget halten Sie Ihren Innovationsgrad konstant. Sobald Ihr Budget über den genannten Prozentsatz angehoben wird, können Sie langfristig zusätzliches Wachstum erwarten. Wir empfehlen eine Erhöhung um mindestens 5 Prozentpunkte, da internationaler Wettbewerb in den letzten Jahren dieses Verhältnis tendenziell erhöht hat.

Im Innovations-Prozess sind Stellvertreter aus mindestens 75% aller funktionalen Unternehmensbereiche involviert. Damit stellen Sie sicher, dass nur Projekte behandelt werden, die für verschiedene Aspekte des Unternehmens attraktiv sind.

Ergebnis:

Sie erwirtschaften mindestens 10 Prozent mit neuen Produkten. Wenn Sie in einer Forschungsintensiven Industrie tätig sind, kann dieser Durchschnitt bei bis zu 35 Prozent liegen. Sollten Sie unter diesen Werten liegen, dann ist es höchste Zeit zu investieren, solange der Spielraum dafür vorhanden ist.

Sie bringen mindestens alle 2 bis 3 Jahre ein neues Produkt oder einen neuen Service auf den Mark. Als neues Produkt bzw. neuer Service gelten auch Neuerungen, die einen echten und spürbaren Mehrwert für den Kunden darstellen. Es gibt Branchen bei denen der Wert höher oder niedriger liegt. Dennoch gibt das eine gute Orientierung, um von Kunden als attraktiver Anbieter wahrgenommen zu werden. Hier kommt es weniger auf technische Raffinessen an, sondern vielmehr auf greifbare Ergebnisse.

Die Kosten für neue Produkte sind im Vergleich zu den Vorgängern mindestens konstant geblieben. Innovationen sollten langfristig auf keinen Fall mehr kosten. Auch wenn der Kunde zu Beginn bereit ist einen höheren Preis zu zahlen, können am Ende die Produktionskosten den entscheidenden Ausschlag leisten.

EFI Gutachten 2014

Das aktuelle Gutachten zu Forschung, Innovation und Technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands wurde von der Expertenkommission Forschung und Innovation vorgestellt.

Eine Zentrale Erkenntnis darin spielt der Aufholbedarf deutscher Unternehmen bei der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)Die deutsche IKT-Branche hat sich im internationalen Vergleich bezüglich FuE-Investitionen sowie FuE-Intensität tendenziell abgekoppelt.

Eine  Schlüsselrolle habe die IKT durch die enge Verzahnung mit anderen industriellen Bereichen und damit eine deutliche Relevanz für die deutsche Volkswirtschaft.
Der besonderen Dynamik bei IKT-Innovitionen kann durch die enge Zusammenarbeit von IKT Anwendern und IKT Serviceanbietern und durch gemeinsame F&E Projekte Rechnung getragen werden.

 

gutachten_2014

Sinn und Unsinn von Patenten

In unseren Projekten werden wir immer wieder mit der Frage konfrontiert: macht es Sinn diese Idee zu patentieren? Es gibt einige Gründe die für eine Patentierung sprechen, es gibt aber auch klare Gründe die dagegen sprechen. Zwei Beispiele sollen kurz mögliche Vorteile und Nachteil aufzweigen.
Das Patent von Coca Cola – Hätte Coca Cola 1831 das Rezept der süßen Limonade patentieren lassen, würde heute jeder die exakte Rezeptur kennen. Mit dem Einreichen des Patents muss die nämlich bekannt gegeben werden. Da Patente maximal 20 Jahre gelten, könnte ab dann jeder das geheime Rezept nachmachen. Doch Coca Cola hat die Rezeptur nicht patentieren lassen, sondern geheim gehalten. Und damit langfristig den Wettbewerbsvorteil.

Wie wichtig Patente für Unternehmen sind zeigen die Zahlen: Siemens hat im Jahr 2011 allein in Europa über 2000 Patente angemeldet. Dabei werden auch ein Teil der Patente für Lizensierungen verwendet oder etwa um zu verhindern, dass Patente vom Wettbewerber umgangen werden. Gerade das macht den deuten Automobilbauern gerade groß zu schaffen, denn ihre asiatischen Kollegen haben im Bereich der Elektromobilität schon viele mögliche Wege so abgesichert.

Zunächst ist ein Patent der reine Schutz einer Idee. Ob es diese Idee zu einer erfolgreichen Innovation schafft oder nicht, hat damit noch überhaupt nichts zu tun.