Innovationsmanagement Archives - Lion Innovation GmbH

Ist Innovation messbar?

Nur etwa ein Drittel der großen und mittelständischen Unternehmen haben formelle Messwerte für Innovation.

Beim Vergleich der Innovations-Messwerte aus unterschiedlichen Unternehmen werden Sie feststellen, dass es unterschiedlichste Größen und Kriterien gibt. Vorreiter wie Google spendierte bis vor kurzem den Mitarbeitern 20% Ihrer Arbeitszeit, um eigene Ideen zu verfolgen. Andere Unternehmen messen ihre Innovationskraft in Prozent am erreichten Umsatz. Für BASF waren das 2012 über 10 Prozent. Rund 8,5 Mrd. € haben sie mit neuen Produkten erwirtschaftet, die weniger als 5 Jahre alt sind. Die Innovationskraft von 3M dahingegen erreicht stolze 35 Prozent des Umsatzes mit neuen Produkten.

Messinstrument

Messwerte heute

Klassische Messwerte wie sie zum Teil auch von Banken für das Rating von Unternehmen genutzt werden beziehen sich auf

  • die Anzahl laufender Projekte für neue Produkte
  • das jährliche F&E Budget als Prozentsatz vom Umsatz
  • das Verhältnis des Umsatzes aus neuen Produkten im Vergleich zu etablierten Produkten
  • die Anzahl der eingereichten Patente
  • das Verhältnis der Mitarbeiter im F&E Bereich im Vergleich zur Anzahl der Mitarbeiter aus dem Vertrieb
  • usw.

Wichtig ist, dass sich die Messwerte eignen, um herauszufinden wie viel Aufwand in die Entwicklung von Innovationen hineingeflossen ist, und wie viel diese Bemühungen dem Unternehmen gebracht haben. Also die Etablierung von Input- und Output- Messwerten.

Erkenntnisse  aus Messwerten

Dabei bieten die Messwerte dem Unternehmen die große Chance zu lernen und sich selbst weiter zu entwickeln. Es können Rückschlusse gemacht werden wie hoch zum Beispiel der Return on Investment ist und ob sich die Bemühungen gelohnt haben. Eine oft erschreckende Erkenntnis, da nicht selten 50% des Budgets in Projekte laufen, die nie zu Ende geführt werden. Das wiederum lässt Erkenntnisse zu wie geeignet die interne Organisation und die Führungsstruktur des Unternehmens ist um Produktinnovationen zu ermöglichen.

Wichtig ist also, die Messwerte nicht nur zu etablieren, sondern sie mittel- und langfristig zu planen, sie über den Zeitraum zu verfolgen um aus Ihren Ergebnissen zu lernen und diese Erkenntnisse entsprechend zu übernehmen.

Ermittlung geeigneter Messwerte

Sie haben bestimmt auch schon die unangenehme Erfahrung gemacht,  wie eine Vielzahl unterschiedlicher Messwerte schnell und unnötig die Komplexität im Unternehmen erhöht. Um das zu vermeiden bietet es sich oft an, vorhandene Messwerte aus dem Unternehmen zu nutzen. Das reduziert nicht nur die Komplexität, sondern vermeidet auch zusätzliche Arbeit. Zudem schaffen bekannte Werte beim Management Vertrauen und können die Notwendigkeit von Maßnahmen unterstreichen. Um  für Ihr Unternehmen geeignete Innovations-Messwerte einzuführen und zu etablieren bieten sich also folgende Schritte an:

  • Verstehen der strategischen Ziele des Unternehmens
  • Verstehen der Wachstumsziele des Unternehmens
  • Definition der Innovations-Ressourcen
  • Erarbeitung der unterstützenden Organisation zur Produkt-, Service und Geschäftsmodellinnovation
  • Vorleben und fordern einer Innovationsfreundlichen Unternehmenskultur
  • Entwicklung von Innovations-Messwerten zum Unterstützen der strategischen Ausrichtung
  • Lernen und Anpassen der Strategie und der Messwerte auf regelmäßiger Basis

Beachten Sie dabei immer alle notwendigen Beteiligten / Stakeholder in den Prozess zu integrieren. Nur wenn Sie diese für Ihr Vorhaben motivieren und ins Boot holen können, haben Sie bei der Umsetzung und Einführung der Messwerte auch Erfolg. In letzter Konsequenz müssen Sie alle Beteiligten, also auch jeden Mitarbeiter zumindest regelmäßig informieren um die Messwerte langfristig im Unternehmen zu verankern.

Agile Produktentwicklung

Flexible Produktentwicklung ist die Fähigkeit über den gesamten Produktentwicklungsprozess hinweg offen zu sein für Änderungen.

Diese Änderungen sind wichtig und greifen neue Erkenntnisse und technologische Möglichkeiten auf, um dem Kunden am Ende ein bestmögliches Produkt zur Verfügung zu stellen. Auch kann die Wettbewerbssituation Änderungen in der Produktentwicklung mit sich bringen. Entweder um den eigenen Wettbewerbsvorteil länger aufrecht zu halten, oder um schutzrechtliche Hindernisse zu überwinden.

Je innovativer ein Produkt ist, umso mehr Änderungen muss das Entwicklungsteam realisieren. Tendenziell sind dabei Änderungen zum Ende des Entwicklungsprozesses hin schwieriger umzusetzen, als zu Beginn des Prozesses.

Besonders gut kann das an der Software-Entwicklung nachvollzogen werden. Insbesondere im online Bereich ist es mittlerweile üblich, mit einer sogenannten beta-Version auf den Markt zu gehen. Diese beta-Version ist ein lediglich ein Entwicklungsstand des Produktes und hat noch gar nicht den Anspruch das abgeschlossene Produkt oder Service darzustellen. Es ist eine einsatzfähige Test-Version des Endproduktes, bei dem gezielt auf die Rückmeldungen der Anwender reagiert wird. Durch das hohe Maß an Flexibilität können so Änderungen bis zur letzten Minute übernommen werden und ein optimales Produkt entwickelt werden.

Neue Fähigkeiten

Veränderte Rahmenbedingungen

Manager müssen sich neue Fähigkeiten aneignen, um Innovationen zu realisieren. Viele der traditionellen Managementansätze müssen verändert und neue Fähigkeiten verinnerlicht werden. Zunehmend sind Manager und ihre Teammitglieder nicht mehr im selben Büro bzw. im selben Land. Die Zeiten in denen Vorgesetzte die Stunden der Arbeit von ihren Mitarbeitern überprüft haben, gehören der Vergangenheit an. Heute werden häufig verflochtene Managementstrukturen aufgebaut, da Organisationen zunehmend komplexere Produkte und Services über Landes- und Unternehmensgrenzen hinweg entwickeln. Reines Führen mit Autorität hilft hier nicht weiter. Denn es müssen Mitarbeiter koordiniert werden, die nicht direkt zugeordnet sind und für die keine direkte Weisungsbefugnis besteht. Heute kommt es auf die Fähigkeit an, ein vielseitiges Team indirekt zu führen und nicht ein einzelnes Individuum. Ein wesentlicher Bestandteil Projekte abwickeln zu können, sind heute Netzwerke und Beziehungen. In den heute so komplexen und virtuellen Organisationen benötigen Manager Informationen und Unterstützung von einer großen Bandbreite einzelner fähiger Mitarbeiter.

Auf welche Fähigkeiten es heute ankommt

  • Virtuelles Management
  • Managen ohne Autorität
  • Aufbauen von Netzwerken
  • Teilen von Führung

Messwerte zur Innovations-Fähigkeit

In einem aktuellen Projekt haben wir wieder gesehen, wie wichtig es ist, die Innovations-Fähigkeit eines Unternehmens zu messen. Prinzipiell beziehen sich die Messwerte zur Innovations-Fähigkeit auf drei Kategorien: Mitarbeiter, Prozess und Ergebnis. Unten finden Sie durchschnittliche Messwerte, die Ihnen als Vergleichswert dienen können. Die aufgeführten Punkte sind nur ein Teil der möglichen Messwerte. Für jedes Unternehmen ist es entscheidend, für sich die richtigen Messwerte zu identifizieren.

Mitarbeiter:

Die Anzahl der Verbesserungsvorschläge auf 100 Mitarbeiter pro Jahr liegt bei 80 Beiträgen; das ist ein Hinweis auf die Motivation innerhalb der Belegschaft einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Diverse Belohnungsmodelle und das Schaffen einer entsprechenden Infrastruktur helfen Ihnen, diesen Wert nach oben zu drücken.

Mindestens dreiviertel aller Abteilungen des Unternehmens beteiligen sich aktiv mit Ideen, die das Unternehmen weiterbringen. Das Einbringen von Ideen darf keinesfalls nur auf die Produktion limitiert sein. Auch Controlling, Einkauf, Marketing, Vertrieb und natürlich F&E sollten sich maßgeblich am Vorankommen beteiligen.

Mindestens 5 Prozent Ihrer Mitarbeiter haben in den letzten zwei Wochen an einer Weiterbildung/Konferenz/Messe teilgenommen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass auf allen Ebenen ständig neue Impulse in das Unternehmen einfließen. Diese Impulse führen automatisch zur Weiterentwicklung des Unternehmens.

Prozess:

Die Ideen bleiben nicht länger als 4 Wochen in der Schwebephase zwischen Go oder No-Go. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Ideengeber ihre Ideen mit einem Mindestanspruch an Qualität beschreiben, der eine zügige Beurteilung erlaubt.

Das F&E-Budget entspricht mindestens 50% des Umsatzes der aus Produkten erwirtschaftet wurde, die jünger sind als 5 Jahre. Mit diesem Budget halten Sie Ihren Innovationsgrad konstant. Sobald Ihr Budget über den genannten Prozentsatz angehoben wird, können Sie langfristig zusätzliches Wachstum erwarten. Wir empfehlen eine Erhöhung um mindestens 5 Prozentpunkte, da internationaler Wettbewerb in den letzten Jahren dieses Verhältnis tendenziell erhöht hat.

Im Innovations-Prozess sind Stellvertreter aus mindestens 75% aller funktionalen Unternehmensbereiche involviert. Damit stellen Sie sicher, dass nur Projekte behandelt werden, die für verschiedene Aspekte des Unternehmens attraktiv sind.

Ergebnis:

Sie erwirtschaften mindestens 10 Prozent mit neuen Produkten. Wenn Sie in einer Forschungsintensiven Industrie tätig sind, kann dieser Durchschnitt bei bis zu 35 Prozent liegen. Sollten Sie unter diesen Werten liegen, dann ist es höchste Zeit zu investieren, solange der Spielraum dafür vorhanden ist.

Sie bringen mindestens alle 2 bis 3 Jahre ein neues Produkt oder einen neuen Service auf den Mark. Als neues Produkt bzw. neuer Service gelten auch Neuerungen, die einen echten und spürbaren Mehrwert für den Kunden darstellen. Es gibt Branchen bei denen der Wert höher oder niedriger liegt. Dennoch gibt das eine gute Orientierung, um von Kunden als attraktiver Anbieter wahrgenommen zu werden. Hier kommt es weniger auf technische Raffinessen an, sondern vielmehr auf greifbare Ergebnisse.

Die Kosten für neue Produkte sind im Vergleich zu den Vorgängern mindestens konstant geblieben. Innovationen sollten langfristig auf keinen Fall mehr kosten. Auch wenn der Kunde zu Beginn bereit ist einen höheren Preis zu zahlen, können am Ende die Produktionskosten den entscheidenden Ausschlag leisten.

Innovatoren an die Luft!?

Wo-Ideen-gedeihen

(Bildquelle: Michael Wieden, Liquid Work – Arbeiten 3.0)

Die meisten Ideen werden in der Freizeit geboren. Laut Prof. Dr. Urs Fueglistaller, Swiss Research Institute of Small Business and Entrepreneurship (KMU) sind das

  • 28% in der Natur
  • 14% zu Hause
  • 13% auf Reisen
  • 11% Auf Geschäftsreisen / Fahrt zur Arbeit
  • 10% auf langweiligen Meetings
  • 9% in der Freizeitsport, Verein, Club
  • 6 % in interessanten Meetings

Interessant ist dabei, dass mehr Ideen in langweiligen als in interessanten Meetings geboren werden!
Aber der Weg von der Idee zur Innovation ist immer noch ein weiter. Also besser den richtigen Rahmen mit den Kollegen schaffen und damit gleich auf umsetzungsstarke Ideen kommen. Denn: erfolgreiche Ideen haben selten einzelne, sondern meistens interdisziplinäre Teams!

 

Innovationsteams

Nur selten geschieht es, dass eine Innovation das Ergebnis von Einzelnen ist. In der Praxis ist es immer ein interdisziplinäres Team, das gemeinsam über einen Zeitraum eine Idee bis zur Innovation ausreifen lässt. Die Literatur führt Stereotypen auf, die in einem Innovationsteam auftreten können:

    1. Den beherzten Kapitän: Ein optimistischer Macher mit Visionen, der sein Team erfolgreich motiviert.
    2. Den inspirierenden Coach: Er fühlt sich dem Erfolg des Teams verpflichtet, steht im Hintergrund und stärkt seine Mannschaft. Kritik nimmt er dankbar auf.
    3. Den engstirnigen Bürokraten: Hat die wichtige Eigenschaft Detailverliebt zu sein, denn auch darauf kommt es an. Schlechte Kommunikation lassen ihn leider oft alleine dastehen.
    4. Den Couch-Schiedsrichter: Mit unrealistischen Erwartungen wirkt er mehr anstrengend als konstruktiv. Als Besserwisser wird er über lange Sicht deswegen wenig beachtet.
    5. Der hochmotivierte Forscher: Er ist mit vollem Herz bei der Sache und erzielt top Ergebnisse. Vor lauter Enthusiasmus verliert er manchmal den Blick für das Ganze.
    6. Den intellektuellen Einzelgänger: Er kennt die technischen Herausforderungen und findet gute Lösungen. Sein Blick für den Markt und das große Ganze ist immer sehr geschätzt.

Jeder der genannten Typen hat seine Stärken und Schwächen. Bei der Zusammensetzung eines Innovationsteam kommt es immer auf die richtige Mischung an, um das Projekt zum Erfolg zu steuern. Denn jeder kann im richtigen Team und an der richtigen Stelle produktiv und konstruktiv sein.

1/5 der Arbeitszeit für Innovation

Etwa 20 Prozent der Arbeitszeit widmen Mitarbeiter hochinnovativer Unternehmen der Entwicklung individueller Lösungen und eigener Projekte.

Denn mit der individuellen Zeiteinteilung übernehmen Mitarbeiter aller Hierarchieebenen Verantwortung und treffen eigene Entscheidungen.

Google & die acht Säulen der Innovation

Bildschirmfoto 2013-09-04 um 13.57.55

Es wird niemand überraschen, dass Google definierte Säulen hat, um ständig innovativ sein zu können und zu bleiben.

Namentlich genannt werden:

    1. Eine Mission haben, die bewegt.
    2. Denke groß, aber starte klein.
    3. Strebe nach kontinuierlicher Innovation, nicht nach augenblicklicher Perfektion.
    4. Sei offen für Ideen aus jeder Ecke.
    5. Teile alles.
    6. Zünde mit Fantasie und füttere mit Daten.
    7. Sei eine Plattform.
    8. Scheite niemals um zu scheitern.

    Die einzelnen Erläuterungen finden sie auf der Google-Homepage.

Fehlende Apple Innovation

Die Stimmen werden auch beim Aufsichtsrat von Apple lauter, dass Innovationen seit Tim Cook ausbleiben.  Die letzten iPhones sind gute Produkte, aber mit Sicherheit keine Innovationen. Es wird also immer dringlicher, dass Apple mit der iWatch auf den Markt kommt. Wie und wann bleibt offen. Wir hoffen nicht bis Weihnachten warten zu müssen.

 

Trend Teilen&Tauschen: Chancen für Produkte und Services

Genossenschaften und Maschinenringe haben es vorgemacht: es kann wirtschaftlich besser sein, Ressourcen wie teuere Maschinen zu tauschen und zu teilen. Immer mehr entwickelt sich diese Einstellung zu einem ernsthaften Trend und damit auch zu einer neuen Richtung für die Ökonomie. Der Sharing Economy. Denn dort wo Produkte wie zum Beispiel Autos, Wohnungen, Bücher etc. getauscht werden, wird zwangsläufig weniger konsumiert. Chance oder Risiko?

Dinge, die getauscht werden, werden zwangsläufig mehr benutzt. Das Auto des Deutschen beispielsweise wird im Durchschnitt am Tag nicht mehr als 2 Stunden bewegt. Car sharing Modelle hingegen haben schnell eine tägliche Auslastung von über 10 Stunden. Also fünf mal so viel! Die Produkte müssen langlebiger und wartungsfreundlicher sein. Werden im ersten Augenblick weniger Fahrzeuge verkauft, da immer mehr Menschen auf quasi „öffentlichen“ Individualverkehr zurückgreifen, wird der Service zu den Produkten eine deutlich stärkere Rolle spielen. Zudem wird sich durch die intensivere Nutzung logischerweise der Erneuerungszyklus der geteilten Produkte verkürzen.

Wir sehen die Chance!

Denn Unternehmen,

    • die durch entsprechendes Service Angebot anbieten können sich attraktiver gestalten,
    • die qualitativ hochwertige Produkte haben, bieten den Kunden Zuverlässigkeit,
    • die mit Ihren Innovationen begeistern und den Kunden nicht überfordern haben den entscheidenden Vorsprung.

     

    Lesen Sie mehr zum Geschäftsmodell Sharing im Lionblog.