Quellen für Innovationen Archives - Lion Innovation GmbH

Systematische Innovation

Kundenbefragung oder außerhalb der Box zu denken sind beliebte Ansätze, um die Kreativität für neue Angebote in Schwung zu bringen.

Die Kundenbefragung stellt sicher, dass die Käuferschaft und deren Bedürfnisse zufrieden gestellt werden und nichts Wichtiges übersehen wird. Die Recherche und Analyse dazu ist meist mit einem hohen Aufwand verbunden, der zwar dem Unternehmen Sicherheit gibt, aber meist keine überraschenden Neuigkeiten aufweist. Denn ein befragter Kunde kann nur einen Wunsch äußern, der auch kennt. Neue Kundenwünsche werden so nicht angesprochen, so dass die abgeleiteten Produkte dazu neigen können, der Zeit hinterher zu hinken und selten Trendsetter werden.

Beim Denken außerhalb der Box bzw. out of the box thinking hingegen erhoffen sich die Teilnehmer verrückte Ideen. Nicht selten werden so tatsächlich verrückte Ideen und Ansätze gesponnen, deren Realisierung hingegen oft eine wesentliche wenn nicht unmögliche Herausforderung darstellt.

Moderne Innovationansätze halten sich auch deshalb besonders in der frühen Phase bewusst an das Gegenteil: Mit systematischer Innovation werden zu Beginn bewusst keine Kunden gefragt und es wird nach Ideen ausschließlich „innerhalb der Box“ gesucht. Denn besonders kreative und damit innovative Ideen verbergen sich häufig direkt vor unserer Nase, also innerhalb der Box unseres Umfeldes. Nur unsere tägliche Routine macht es uns unmöglich diese Ideen zu greifen. Wird diese Routine durch unerwarteten Ereignisse gestört, führt das nicht selten zu überraschenden neue Möglichkeiten. Eine Vielzahl von sehr erfolgreichen Innovationen veranschaulicht das deutlich: Die Herstellung von Autoreifen, Penicillin, Post-it und Viagra sind nur ein paar Beispiele für Erfindungen, die durch unerwartete Ereignisse entdeckt wurden und anschließend Märkte revolutionierten.

Systematische Innovation greift diese Tatsache gezielt auf. Bestandteile von bekannten Ausgangssituationen wie Geschäftsmodellen, Dienstleistungen, Produkten oder Prozessen werden systematisch gestört, um so durch unerwartete Konstellationen einen Perspektivenwechsel zu erreichen. Die neuen gewonnenen Perspektiven erlaube es zuvor versteckte Vorteile bzw. überraschende Kundennutzen zu erkennen. Eine anschließende Realisierung kann relativ einfach sein, da die bekannte Ausgangsituation nur angepasst werden muss.

Mit systematischer Innovation werden so sehr radikale aber zugleich realistische Ideen von einer bekannten Ausganssituation abgeleitet. Eine anschließende Kundenbefragung ggf. mit Fokus auf sogenannte Early-Adopter gibt dem Unternehmen die notwendige Entscheidungsgrundlage, um abschließend das richtige Innovationsziel zu verfolgen.

Das Potential der Berufseinsteiger

Eine Studie der Altana hat interessante Zusammenhänge aufgedeckt:
Auf einer Skale von 1 bis 10 wird der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens von der Innovationsstärke geprägt. So die Einschätzung Manager deutscher Industrieunternehmen.

Dem gegenüber stehen ein Drittel junger Berufseinsteiger, die sich mehr Freiraum wünschen, wenn es darum geht neue Konzepte und Ideen umzusetzen. Dieser Wunsch der jungen Kreativen ist nachzuvollziehen, denn so unterstützen nur 5 Prozent der oben genannten Entscheider das Bestreben der jungen Kollegen.

Diese widersprüchlichen Zahlen zeigen deutlich was eine Ursache sein kann, dass Deutschland dem ausländischen Wettbewerb hinterherhinkt: Auch wenn der Wunsch zur Innovation vorhanden ist, so fehlt doch der Mut diese anzupacken sowie das Vertrauen in junge frische Ideen.

Neben dem Wunsch nach mehr Freiraum nennen Berufseinsteiger ein gutes Arbeitsklima den zweitwichtigsten Faktor für Innovation. Einen Aspekt den jeder gut nachvollziehen kann: Denn in einem angenehmen Umfeld ist die Kommunikation offener und der Umgang mit eventuellen Fehlschritten konstruktiver.

Patente – Innovationsbremse oder -Beschleunigung?

Der Umgang mit Patenten

In den Patentämtern werden Millionen von Patenten verwaltet. Diese sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Für die Suche nach Problemlösungen ist die Datenbank der Patente damit eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Besonders Unternehmen greifen gerne auf diese Quelle zurück, denn sie bietet eine attraktive Möglichkeit ihre Wettbewerber systematisch zu analysieren: Dort erhalten Sie Aufschluss, in welchen Bereichen und Technologien hohe Aktivitäten stattfinden und ermöglichen damit eine Interpretation zur Innovationsstrategie. Aus diesen Erkenntnissen werden nicht selten die eigenen Vorhaben neu interpretiert.

Verhindern oder ermöglichen Patente Innovationen?

Dazu gibt es verschiedene Ansichten. Die eine Sicht bestätigt Professor Wiliam A. Haseltine, der sich zu einem frühen Zeitpunkt für die AIDS-Forschung einsetzte. Die Forschung am HI-Virus hatte erst durch Patente aufeinander aufbauen können und somit die wissenschaftlichen Erkenntnisse beschleunigt.
Differenzierter geht Kirby Ferguson in einem TED-Talk auf das Thema Patente ein und wirft die Frage auf, wann ein Erfinder geschützt und wann Innovation durch Patente ausgebremst wird. Ein Beispiel zum gegenseitigen Ausbremsen war der jüngste Patentstreit zwischen Samsung und Apple. Ein anderes Beispiel war und ist die MP3-Technologie. Ursprünglich wurde die Technologie vom Fraunhofer Institut und zwei weiteren Unternehmen entwickelt. Von Anfang an gab es von allen drei Parteien die Vereinbarung, die Technologie als Lizenz zur Verfügung zu stellen. Zu einem späteren Zeitpunkt erwarb Alcatel jedoch eines der bei der Entwicklung beteiligten Unternehmen und damit die Rechte an der MP3-Technologie. Unmittelbar darauf wurde unter anderem Microsoft von Alcatel auf Schadensersatz  wegen der Nutzung der Technologie verklagt.
Die aktuelle Rolle der Patente untersuchte die europäische Handelskommission zuletzt 2006. Sie wollte herausfinden, ob sich die Balance zwischen Förderung von Innovation und dem Schutz geistigen Eigentums nun zu sehr Richtung Kommerzialisierung bzw. Schutz der Patente verschoben habe. Bei der Untersuchung wurde der Verdacht bestätigt: Patente gerade aus dem digitalen Bereich oder der Elektromobilität wurden in einer unnötigen Komplexität und Vielzahl angelegt. Damit wird die Markteinführung neuer Produkte tendenziell erschwert und das Risiko in R&D Aktivitäten erhöht. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass Patente Innovationen zurückhalten können durch:

– Abhalten von aufbauenden Innovationen durch den fehlenden Zugang zu benötigten Technologien
– Erhöhen von Eintrittsbarrieren
– Die benötigten Kosten um Patentverletzung zu vermeiden
– Das Ausstellen von fragwürdigen Patenten.

Bemerkenswert ist der neuartige Impuls, den Elon Musk, Gründer des Elektroautos Tesla getätigt hat. Er hat die Patente seines Unternehmens offengelegt und bietet an, diese frei zu nutzen.

Kill the Company

Heute möchten wir auf ein Buch aufmerksam machen: 12 Killer Tools für die Wiedergeburt eines Unternehmens von Lisa Bodell.
In ihrem Buch beschreibt die Chefin eines Beratungshauses aus NY, praktische Tips wie sie auf neue Ideen kommt. Ihr Ansatz dabei:
Mitarbeiter aus einem Unternehmen nachdenken lassen, wie das nächste große Produkt aussehen muss, um den Wettbewerber zu übertrumpfen. Bis dahin trivial. Ihr smarter Ansatz ist jedoch: „Denkt euer Arbeitgeber ist der Wettbewerber.“ Da niemand die eigenen Schwächen besser kennt als die eigenen Leute sprudeln qualifizierte Ideen. Viel Spaß dabei.

Innovatoren an die Luft!?

Wo-Ideen-gedeihen

(Bildquelle: Michael Wieden, Liquid Work – Arbeiten 3.0)

Die meisten Ideen werden in der Freizeit geboren. Laut Prof. Dr. Urs Fueglistaller, Swiss Research Institute of Small Business and Entrepreneurship (KMU) sind das

  • 28% in der Natur
  • 14% zu Hause
  • 13% auf Reisen
  • 11% Auf Geschäftsreisen / Fahrt zur Arbeit
  • 10% auf langweiligen Meetings
  • 9% in der Freizeitsport, Verein, Club
  • 6 % in interessanten Meetings

Interessant ist dabei, dass mehr Ideen in langweiligen als in interessanten Meetings geboren werden!
Aber der Weg von der Idee zur Innovation ist immer noch ein weiter. Also besser den richtigen Rahmen mit den Kollegen schaffen und damit gleich auf umsetzungsstarke Ideen kommen. Denn: erfolgreiche Ideen haben selten einzelne, sondern meistens interdisziplinäre Teams!