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Woher die guten Ideen kommen

In seinem Artikel beschreibt der Autor Steven Johnson wunderbar die Treiber von Innovationen aus einer historischen Perspektive heraus und gibt am Ende eine einfache sowie wertvolle Empfehlung.

Text von Steven Johnson aus der Print-Ausgabe von „Die Presse“ vom 27. April 2013.

Blockaden für Innovationen

Nach Innovation zu streben ist wichtig. Deshalb müssen nicht nur die Möglichkeiten bekannt sein, sondern auch die Gründe, an denen gute Ideen und damit mögliche Innovationen scheitern. Diese Gründe sind beinahe kalkulierbar werden im Folgenden kurz skizziert.

Innovationen müssen zu den Unternehmenszielen und der Unternehmensstrategie passen. Den Mitarbeitern sollte bekannt sein, welche Ideenrichtung zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen und müssen auch motiviert sein, daran mitzuwirken. Leider scheuen sich viele Manager in Unternehmen entsprechende Initiativen zu starten. Denn aus ihrer Wahrnehmung ist Innovation eng verbunden mit Erfolgsrisiko, das als beruflicher Rückschlag interpretiert wird. Dazu kommt, dass Investitionen in Innovationen erst langfristig zur Ergebnisverbesserung beitragen. Aus Sicht der Manager sind das folgerichtige und logische Rückschlüsse gegen Innovations-Initiativen, da ihr Erfolg heute klassischer Weise nach Effizienz bemessen wird, aber nicht nach Effektivität.

Ein weiterer Grund ist die interne Unternehmensorganisation und -Struktur. Einzelne Abteilungen und funktional angeordnete Bereiche konzentrieren sich bei Ideen tendenziell auf Ihren Wirkungskreis. In kleinen Inseln wird dann über Verbesserungen und Wachstumspotentiale nachgedacht, aber der Blick für das Ganze wird vernachlässigt. Zudem besteht eine gewisse Abneigung gegenüber Veränderung der etablierten Prozesse und Strukturen. Der Mensch hält gerne an Gewohnheiten fest und ist tendentiell auch konstruktiven Veränderungen, die ihn direkt betreffen abgeneigt.

Wo gearbeitet wird, fallen auch Späne – und werden auch Fehler gemacht. Eine Unternehmenskultur muss es zulassen, Fehler machen zu dürfen. Der konstruktive Umgang mit Fehlern seitens des Umfeldes und des Verursachers erlaubt einen gegenseitigen Lernprozess. Dieser Lernprozess ist unverzichtbar, wenn sich ein Unternehmen weiterentwickeln möchte und seinen Kunden erfolgreiche Produkte, innovative Prozesse oder attraktive Dienstleistungen anbieten will.

Im Hintergrund müssen die Prozesse im Unternehmen Abläufe und Verfahren abbilden, um Innovationen voranzutreiben. Ein großer Bestandteil ist dabei die Kommunikation nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch nach außen, zu Kunden und Lieferanten. Auch timing spielt eine große Rolle: Das frühzeitige Einbindung derer die eine Innovation umsetzen sollen, genauso wie das geduldige Einbinden von Endkunden. Unternehmen sollten es vermeiden, Ihre Kunden zu früh heiß zu machen, und die Innovation verspätet etwas auf dem Markt bringen. Das kann zu Enttäuschung und Ärger führen.

Innovation ist people business. Ein weiterer Grund für das Scheitern von Innovationen können schlicht und ergreifend die eigenen Mitarbeiter sein. Haben sie Angst eigene Kompetenz oder gar den Job zu verlieren, werden sie jede Innovation blockieren. Das gilt für Produktinnovationen ebenso wie für Prozessinnovationen. Aber nicht nur Angst kann eine Ursache sein. Schlicht und ergreifend kann es die Bequemlichkeit sein, aus dem Tagesgeschäft abzuweichen.