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Patente – Innovationsbremse oder -Beschleunigung?

Der Umgang mit Patenten

In den Patentämtern werden Millionen von Patenten verwaltet. Diese sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Für die Suche nach Problemlösungen ist die Datenbank der Patente damit eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Besonders Unternehmen greifen gerne auf diese Quelle zurück, denn sie bietet eine attraktive Möglichkeit ihre Wettbewerber systematisch zu analysieren: Dort erhalten Sie Aufschluss, in welchen Bereichen und Technologien hohe Aktivitäten stattfinden und ermöglichen damit eine Interpretation zur Innovationsstrategie. Aus diesen Erkenntnissen werden nicht selten die eigenen Vorhaben neu interpretiert.

Verhindern oder ermöglichen Patente Innovationen?

Dazu gibt es verschiedene Ansichten. Die eine Sicht bestätigt Professor Wiliam A. Haseltine, der sich zu einem frühen Zeitpunkt für die AIDS-Forschung einsetzte. Die Forschung am HI-Virus hatte erst durch Patente aufeinander aufbauen können und somit die wissenschaftlichen Erkenntnisse beschleunigt.
Differenzierter geht Kirby Ferguson in einem TED-Talk auf das Thema Patente ein und wirft die Frage auf, wann ein Erfinder geschützt und wann Innovation durch Patente ausgebremst wird. Ein Beispiel zum gegenseitigen Ausbremsen war der jüngste Patentstreit zwischen Samsung und Apple. Ein anderes Beispiel war und ist die MP3-Technologie. Ursprünglich wurde die Technologie vom Fraunhofer Institut und zwei weiteren Unternehmen entwickelt. Von Anfang an gab es von allen drei Parteien die Vereinbarung, die Technologie als Lizenz zur Verfügung zu stellen. Zu einem späteren Zeitpunkt erwarb Alcatel jedoch eines der bei der Entwicklung beteiligten Unternehmen und damit die Rechte an der MP3-Technologie. Unmittelbar darauf wurde unter anderem Microsoft von Alcatel auf Schadensersatz  wegen der Nutzung der Technologie verklagt.
Die aktuelle Rolle der Patente untersuchte die europäische Handelskommission zuletzt 2006. Sie wollte herausfinden, ob sich die Balance zwischen Förderung von Innovation und dem Schutz geistigen Eigentums nun zu sehr Richtung Kommerzialisierung bzw. Schutz der Patente verschoben habe. Bei der Untersuchung wurde der Verdacht bestätigt: Patente gerade aus dem digitalen Bereich oder der Elektromobilität wurden in einer unnötigen Komplexität und Vielzahl angelegt. Damit wird die Markteinführung neuer Produkte tendenziell erschwert und das Risiko in R&D Aktivitäten erhöht. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass Patente Innovationen zurückhalten können durch:

– Abhalten von aufbauenden Innovationen durch den fehlenden Zugang zu benötigten Technologien
– Erhöhen von Eintrittsbarrieren
– Die benötigten Kosten um Patentverletzung zu vermeiden
– Das Ausstellen von fragwürdigen Patenten.

Bemerkenswert ist der neuartige Impuls, den Elon Musk, Gründer des Elektroautos Tesla getätigt hat. Er hat die Patente seines Unternehmens offengelegt und bietet an, diese frei zu nutzen.

Tesla’s Superchargernetz

Die Bauarbeiten für das Tesla Supercharger Netz in Deutschland werden innerhalb des nächsten Monats auf deutschen Autobahnen beginnen. So werden ab November 2013 auf den Autobahnstrecken zwischen München Stuttgart, München Zürich und Köln und Frankfurt die in den USA schon erfolgreich getesteten Schnellladestationen installiert werden.
Bis März 2014 sollen 50 % vom deutschen Autobahnnetz mit Schnelladestationen abgedeckt sein. Bis Ende 2014 dann 100 %.
Die Solar-Ladestationen können innerhalb von 30 Minuten das Auto für weitere 300 km aufladen!

Liebe Ingenieure von BMW, Mercedes und Konsorten bitte nehmt das als Ansporn!

 
Tesla Supercharger Netz – Deutschland und Nachbarländer bis Ende 2014:
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Quelle: Tesla Motors GmbH

Tesla plant Lade-Infrastruktur

Tesla hat mit dem aktuellen Model S ordentlich vorgelegt. Das Unternehmen plant in Zukunft nicht wie heute nur teure und exklusive Elektro-Fahrzeuge zu produzieren, sondern auf lange Sicht auch preiswerte. Dafür ist eine entsprechende Lade-Infrastruktur notwendig. Das hat Tesla erkannt und investiert nicht nur in den USA in konkrete Maßnahmen. Sogar Kooperationen in Deutschland sind geplant.

Elektromobilität – Nachhaltigkeit mit Vorsicht

Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Jeder der einmal ein voll elektrisches Fahrzeug gefahren ist, wird bestätigen: Es ist das unvergleichliche Fahrgefühl, das sich aus einer bestechenden Beschleunigung mit einer enormen Ruhe entfaltet.

Wichtig bei der umweltfreundlichen Alternative zur individuellen Mobilität ist der Blick für das Gesamte: Ja, es wird kein fossiler Brennstoff im Tank verbrannt. Aber auch die Energie aus der Batterie muss von irgendwo her kommen. Im Idealfall aus regenerativen Quellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der benötigte Energieaufwand pro Kilometer. BMW fährt hier mit dem i3 einen smarten Ansatz: Das leichte Gewicht des Fahrzeugs benötigt wenig Energie um es nach vorne zu katapultieren. Anders Tesla: Das sehr hohe Gewicht des Fahrzeugs sogt zugegebenermaßen für günstige Fahreigenschaften durch den tiefen Schwerpunkt. Aber das hohe Gewicht muss erst mal in Bewegung gebracht werden. Im Vergleich zum BMW benötigt Tesla zum Fahren deutlich mehr Energie durch das hohe Gewicht.